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DÜSSELDORF IM KUNSTFIEBER - ART DÜSSELDORF

VON DR. DOROTHEE ACHENBACH

Foto: ©Uwe Erensmann

Walter Gehlen und Andreas Lohaus, die Macher der neuen ART DÜSSELDORF, scheinen alles richtig gemacht zu haben: Eine coole Location, internationale Galerien, zufriedene Galeristen, begeisterte Besucher – immerhin pilgerten 43.000 Kunstfreunde und solche, die es werden wollen, in nur drei Novembertagen in die beiden lichtdurchfluteten Industriehallen im Areal-Böhler um zu sehen, was da geboten wurde.

Foto: ©Sebastian Drüen

Die Liste der prominenten Künstler und Sammler, die sich das Messeformat nicht entgehen ließen, ist lang: Weltstars der Fotokunst wie Andreas Gursky, Thomas Ruff und Jürgen Klauke flanierten ebenso über den lackierten, schwarzen Steinboden wie Martin Denker oder Claus Föttinger sowie aufstrebende Nachwuchskünstler namens Jennifer Lopez Ayala, Julius von Bismarck, Amit Goffer, Vera Lossau oder Anna Vogel. Auch Sammler wie Julia Stoschek, Sabine Crasemann (Langen Foundation), Monique Burger (Sammlung Burger) oder Andrew Hall (Hall Art Foundation) ließen sich das meet & great nicht nehmen. 80 Galerien aus 21 Ländern, darunter internationale Schwergewichte aus New York, Paris und Tokio, hatten ihre Stände zwischen Stahlträgern und hohen Fenstern eingerichtet. Galerist Tim van Laere lobte die großartige Organisation, Michael Beck von Beck & Eggeling freute sich über den Verkauf einer 480.000 Euro teuren, eigens für die Messe geschaffenen Video-Arbeit des Altmeisters Fabrizio Plessi, der persönlich aus Venedig angereist war. Ein Jörg Immendorff - Gemälde von 1983 wechselte in der New Yorker Galerie Century Pictures für 280.000 Euro den Besitzer. Galeristen wie der Düsseldorfer Michael Cosar zeigten sich überaus zufrieden: „Hier sind viele Kuratoren unterwegs, es wird für Museen angekauft, die Atmosphäre ist außerordentlich gut“. Das Konzept von Gehlen und Lohaus, an deren Firma „art fair international“ sich mit 25 Prozent die Veranstalter der berühmten Art Basel beteiligt haben, ist also aufgegangen: Im globalisierten Kunstmarkt sollen die regionalen Märkte vor Ort gestärkt werden, deshalb werden im Herzen breit streuender, regionaler Kunstszenen innovative Plattformen für Sammler, Kuratoren und Galeristen geschaffen. Dafür ist der Standort Düsseldorf ideal: Schließlich bezeichnet Gehlen die Landeshauptstadt mit ihrer international bedeutenden Kunstakademie als „Epizentrum der zeitgenössischen Kunstgeschichte“. Zudem verfügt das Rhein- Ruhrgebiet über eine sehr hohe Sammlerdichte, zahlreiche renommierte Museen finden sich u.a. in Köln, Bonn, Köln, Essen, Duisburg, Wuppertal oder Mönchengladbach, auch liegen die Beneluxländer in direkter Nachbarschaft. Es darf also als sicher gelten, dass sich die ART DÜSSELDORF im weltweiten Portfolio regionaler Messen behaupten wird. Der Termin für nächsten November wird jedenfalls demnächst bekannt gegeben.

Foto: ©Sebastian Drüen

Walter Gehlen und Andreas Lohaus I Foto: ©Boris Breuer