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HRIDAYA YOGA SCHULE

Weg vom Gehirnbrei - jetzt!

Autorin: Romina Kabutz

Das abgeschiedene Schloss des neuen Hridaya Zentrums in Frankreich lädt ein, zur Ruhe zu kommen. Foto: ©Hridaya Yoga Schule

Ich stehe mit geschlossenen Augen. Aufmerksam nehme ich meinen Körper wahr. Unter meinen Fußsohlen spüre ich den Boden. Kontakt zur Erde. Sie ist fest und hält mich. An meiner Haut merke ich die Kleidung. Neugierig prüfe ich weiter, bereit für die gesamte Palette von Empfindungen. Ich bin müde. Letzte Nacht habe ich schlecht geschlafen, lag lange wach. Fragen kamen auf: Passt das Leben was ich führe noch zu mir? Inspirieren mich meine Weggefährten noch, wie möchte ich leben? Bleiben, oder gehen? Die gleichen Gedanken kreisen auch jetzt wieder in meinem Kopf. „Erkenne sie an und dann befreie dich von ihnen“, sagt meine Yogalehrerin. „Schenke deinem Geist eine Pause und sammel sie nach der Stunde wieder ein.“ Ich höre diese Worte nicht zum ersten Mal, doch wieder nimmt mein ganzes Sein diese Einladung dankend an. Kein Gedanke ist es jetzt wert weitergedacht zu werden. Keiner. Diese Entscheidung treffe ich und gebe mir mit den nächsten zwei Stunden das kostbarste Geschenk. Zeit mit mir. Beim nächsten Ausatmen strömt alles was ich gerade nicht brauche zusammen mit der Luft hinaus. Ein friedlicher Abschied. Ich versinke in sanfte Unbeweglichkeit. Die Grenze meines Körpers und der Luft verschwimmen. Ich werde Teil des Moments. Stille. Dieser wunderschöne simple Augenblick, der noch nie da gewesen ist und der nie wieder kommt. Die Vielfalt an Empfindungen ist jetzt auf ein klares Gefühl reduziert. Ich spüre es in meiner Brust.
Ich bin. Aber - wer bin ich?

Foto: ©Hridaya Yoga Schule

Egal in welchen Kreisen ich mich bewege: Die vier Buchstaben des Yoga, sind in aller Munde. Das ist kein Wunder, denn nach der letzten Studie praktizieren es 2,7 Millionen Deutsche. Für jeden fünften kommt Yoga in Betracht. Damit wird die jahrtausendealte Tradition in Deutschland aus der unverstandenen Räucherstäbchen Ecke geholt und zu einer gesellschaftlich akzeptierten Praxis. Das Thema ist en vogue.

Auf meiner Reise durch Mexiko führt es mich am Südpazifik zur Hridaya Yoga Schule. Hier werden unterschiedliche Workshops und Retreats angeboten und die Philosophie des Yoga gelebt. Ich finde Menschen jeden Alters und aus vielen Ländern der Welt. Was sie verbindet sind die Sehnsucht nach Stille, Zufriedenheit, Wahrhaftigkeit, das Ablegen von Masken. Ein Ruf von innen. Ich plane ein Wochenende zu bleiben. Nach einer Woche werfe ich alle Pläne über den Haufen und entschließe mich zu einem einmonatigen Retreat. Im Kurs beginne ich zu verstehen, was es bedeuten kann Yoga zu praktizieren. Dass die Lösung meiner Probleme genau jetzt und in mir ist - der letzte Ort an dem ich gesucht habe.

Facts: Yoga gehört nicht zum Hinduismus. Obwohl es aus Indien kommt, gehört es keiner Religion an. Es ist eine empirische Wissenschaft und Philosophie, die sich aufmacht die wichtigsten Fragen des Lebens und des Menschseins zu verstehen. Das schließt jeden ein. Ein verklärtes Bild: Junge, attraktive Frau streckt ihren perfekten, sexy Körper in komplizierte Bretzel Stellungen, auf teurer Matte. Die physischen Assanas (Positionen) sind nur ein kleiner Teil, die sichtbare Spitze des Eisberges. Ein bewusster und liebevoller Umgang mit sich und der Welt, eine achtsame Lebensweise und Meditation, sind mit ursprünglichem Yoga verbunden. Was es von anderen physischen Workouts unterscheidet: Im Kern deines Wesens bist du bereits perfekt und ganz. Du brauchst nichts weiter tun, oder erreichen als das zu erkennen. Aber die Welt da draußen sagt uns täglich etwas anderes. Wir sind anders konditioniert, das sitzt tief. Sich davon zu befreien, bedeutet Auseinandersetzung.

„Woher kommt all diese Liebe und das Gelächter? Es ist der fröhliche Klang einer aufwachenden Seele“ (Hafiz)

„Verliere dich nicht in Gedanken und Emotionen, die Frische des Lebens ist viel Weiter als das.“ 
(Sahajananda, Gründer von Hridaya Yoga)

„Sobald du etwas vom Moment willst, verlierst du ihn.“ (Sahajananda, Gründer von Hridaya Yoga)

WHO AM I? MIT HRIDAYA YOGA AUF DEM WEG ZU UNS SELBST

Ganz langsam drehe ich meinen Kopf. Dabei spüre ich jeden Muskel, jede Dehnung. Mein Nacken ist verspannt. „Bist du hier oder wo bist du mit deiner Präsenz?“, fragt meine Lehrerin. Weit weg. Ich denke an das Telefonat mit meiner Mutter vor zwei Tagen, führe es gedanklich weiter. „Was würde es jetzt bedeuten im Moment zu sein?“...welchen Unterschied würde das in dieser Yogastunde und in meinem Leben machen? Was uns vom Moment und damit von friedlicher Verbundenheit ablenkt sind Gedanken, die uns in Vergangenheit, Zukunft und zu nie dagewesenen Szenarien ziehen. Dann sind da noch Gedanken die starke negative Emotionen hervorrufen - Sorgen, Ängste und Anspannung bringen. Wir fühlen uns diesen Gedanken und unseren Dramen ausgeliefert. Dabei sind wir in Wahrheit mündig. Wenn ich versuche, meine Präsenz genau auf diesen Moment zu konzentrieren, geht es mir dann wirklich so schlecht? Fakt ist: Wir werden niemals Probleme bewältigen können die in der Zukunft liegen. Das müssen wir auch nicht. Eckhart Tolle* sagt, dass der größte Teil menschlichen Schmerzes unnötig ist und aus unbewusstem Widerstand gegen den Moment entspringt. Je stärker der Widerstand gegen das was ist, je höher der Schmerz. Yoga lehrt uns diesen Gehirnbrei zu erkennen. Wir haben die Wahl unser Denken und unser Leben zu gestalten. Ein zufriedenerer Mensch mit offenem Herzen zu werden - durch Übung, Beobachter zu werden. Schon nach kurzer Zeit passiert etwas in mir: Ich sehe plötzlich die Möglichkeit, dass ich entscheiden kann, einen Gedanken weiter zu denken oder ihn ziehen zu lassen. Vor allem erkenne ich eins: Ich bin nicht meine Gedanken. Ich bin nicht meine Gefühle. Denn diese kommen und gehen. Wenn sie nicht da sind, existiere ich trotzdem.

Die weiten Räumlichkeiten und das Gelände des charaktervollen Schlosses inspirieren zur täglichen Praxis.

Fotos: ©Hridaya Yoga Schule

HRIDAYA YOGA

Ein Paradigmenwechsel kann nicht von heute auf morgen stattfinden. Er ist ein Prozess und fordert Geduld. Für alle, die sich auf den Weg machen möchten, bietet Hridaya Yoga den Raum. Die Kurse werden von inspirierenden Menschen gegeben, die erfahrene Lehrer|innen sind. Modul 1 ist ein intensives Retreat, das Hatha Yoga Unterricht, Meditation und theoretischen Hintergrund aus vielen unterschiedlichen Traditionen beinhaltet. Der Kurs schafft persönliches Wachstum auf der körperlichen, mentalen und psychologischen Ebene. Letztlich zielt alles zu einer Frage: Wer bin ich? Seinem Selbst näher zu kommen kann eine lebensverändernde Reise sein. Der Kurs ist nicht nur ein Geschenk an dich, sondern auch an alle Lebewesen, denen du je wieder begegnest.

Foto: ©Hridaya Yoga Schule

Foto: ©Hridaya Yoga Schule

Alle Informationen zur Philosophie von Hridaya: www.hridaya-yoga.com
Neueröffnung Hridaya Yoga Europa in Frankreich: Momentan wird in den wunderschönen Rhône-Alpes ein Schloss grundsaniert. Yoga, Meditations Retreats, und Workshops laufen zurzeit an.
Updates unter Facebook: Hridaya Yoga France
Quellen: Hridaya Yoga Retreat Modul 1 Intensive - Kursbuch
*Eckhart Tolle - Jetzt, Die Kraft der Gegenwart

Foto: ©Hridaya Yoga Schule

innehalten & bewusst atmen - mit Hridaya Meditation zu purer Lebenslust

Unser Alltag ist oft stressig. Wir haben viel zu tun und selten Zeit für eine längere Entspannungspause. Für ein kurzes bewusstes Innehalten ist jedoch immer Zeit – ob zuhause, im Büro oder unterwegs. Angefangen mit ein paar Minuten jeden Tag, kann diese Technik zu mehr Konzentration, mentaler Klarheit, und Bewusstsein für seine Gefühlswelt verhelfen. Sie kann die Limits unserer Persönlichkeit durchbrechen, um unserer wahren Natur näher zu kommen.

Setze Dich in eine bequeme Position, in der Dein Rücken gerade ist. Bring all Deine Konzentration in Dein Herzzentrum. Atme entspannt und komme in diesem Moment an. Nach einer Weile setzte bewusste Pausen (ca. 1 Sekunde) nach jeder Ein- und Ausatmung. Nehme die Lücken zwischen Gedanken wahr, die in diesen Pausen entstehen können. Höre in die Stille. Wenn Gedanken aufsteigen, denke sie nicht zu Ende, sondern packe sie an der Wurzel, und frage Dich: „Wer bin ich?“.